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Tag 4: Fahrt nach Siem Riep, Kambodscha

Auf nach KambodschaUm 7 Uhr früh stand der zwölfsitzige Bus bereit, uns in Richtung kambodschanischer Grenze zu bringen. Eindrucksvoll zeigten sich die zahlreichen Hochhäuser der 8 Millionen Metropole Bangkok entlang der schier endlosen Stadtautobahn in Richtung östlicher Morgensonne. Der chaotische Berufsverkehr hielt auch auf der Autobahn an. Einzig Fußgänger und TukTuks musste man nicht fürchten. Dafür wurde überholt wo gerade Platz war, notfalls auch auf der dritten Spur. Einzig das begleitende Hupen schien konsequent durchgeführt zu werden. In Thailand herrscht Linksverkehr –  ein Linksfahrgebot scheint aber dennoch nicht zu existieren. Ich kam Richtig durcheinander, wo nun die Überholspur und wo die normale Spur sein sollte…

Stadtautobahn BangkokNach einiger Zeit wurde die Gegend ländlicher – beinahe bizarr und völlig konträr wirkte das einfache Leben der Landbevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Ich erwartete eher dünn besiedelte Regionen mit vielen Reisfeldern vorzufinden. Doch stattdessen säumten sich Häuser an Häuser, Höfe an Höfe entlang der huckeligen Landstraße. Für das deutsche Auge skurril und beinahe schon aberwitzig waren die Brücken über den zahlreichen Kanälen und Flüsschen, die mal eben im 30- bis 45°-Winkel um 5 Meter nach oben und wieder nach unten auf die Straßenebene führten. Und das dutzende Male!

An der thailändisch-kambodschanischen Grenze angekommen verließen wir den Bus. Unser Gepäck wurde von einem Pagen auf einen Handwagen (ähnlich einer Schubkarre) geladen und separat über die Grenze geschoben. Wir mussten mehrere hundert Meter Fußmarsch und mehrere Grenzposten und Stationen überwinden. Zuvor hatten wir an einer Tankstelle den Visumsantrag ausgefüllt und 1200 Baht (knapp 30€) gezahlt. An dieser Grenze war die Armut Kambodschas deutlich spürbar. Es ist mit Worten kaum möglich, diese Eindrücke der Armut zu beschreiben. Die Menschen dort sahen zwar nicht Hungerleidend aus, es fehlte aber noch eine ordentliche Portion Wohlstand, um von einfachen Verhältnissen sprechen zu können!

Grenztor Angkor Wat nachempfunden Grenze Thailand-Kambodscha	 Passkontrolle Ausfüllen der Visa-Unterlagen

Was mir nicht sonderlich gepasst hat, ist die Tatsache, dass an der Grenze von jedem ein Passfoto gemacht wurde und die Fingerabdrücke genommen wurden. Ich bin jetzt nicht gerade der Datenschützer vom Dienst, aber zu wissen, dass ein dritte-Welt-Land über meine Fingerabdrücke und das dazugehörigen Passbild verfügt, ließ bei mir nicht gerade Begeisterungsschübe aufkommen. Aber was blieb mir übrig. Ich hoffte auf eine schlechte Scannertechnik, auf die Verfälschungswirkung der von tausenden Einreisenden schon völlig verschmierten Oberfläche des Scanners und hielt die Finger so schräg wie möglich, um so wenig wie möglich von mir preiszugeben. Da merkt man, welche Zustände datenschutztechnisch in einem Land herrschen, wenn kein reflektiertes Volk ausreichend Kritik und Widerstand übt. Aber dort toben eben andere Probleme.

Hinter der Grenze aßen wir Mittag und wurden von dem stundenlangen Gesang einer nahegelegenen Trauerfeier beschallt. Danach konnte ich mir von den Lebensverhältnissen der Landbevölkerung Kambodschas während der dreistündigen Busreise in Richtung Siem Reap ein Bild machen. Sie wirkten keinesfalls unglücklich. Jeder hatte seine einfache, offene Hütte am Straßenrand und ging einer einfachen handwerklichen Beschäftigung nach oder wartete an seinem Verkaufstand von Ware aller Art auf Kundschaft. In erster Linie Einheimische, die mit dem Rad, zu Fuß oder dem Moped wenige Kilometer entfernt ihr Häuschen stehen hatten – so zumindest habe ich mir meine Beobachtungen erklärt. Anders als in Deutschland, wo Häuser in erster Linie in Dörfern und Städten organisiert sind. So reihen sich scheinbar endlos (mal in häufiger, mal in geringerer Zahl) die Häuser entlang der Hauptstraße. Zahlreiche Fußgänger, Radfahrer, Mopeds, LKWs und Busse nutzten diese Straße und – man ahnt es schon – auch hier werden Ladungssicherung, Überholpraktiken, Helmpflicht usw. – alles wird hier ohne Regeln praktiziert oder zumindest wird sich an diese nicht gehalten.

Wie viele Mopeds passen auf einen Pickup? Ladungssicherungsvorschriften in Kambodscha... Ihr Säcke

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