MB-ackpacker

Tag 30: Chiang Mai 2 und der Nachtzug nach Bangkok

Nach einem recht reichhaltigem Frühstücksangebot konnten wir die nächsten Stunden wieder individuell gestalten, was sich aber statt in der Besichtigungen der hiesigen Kulturangebote wieder in einer kleinen Shopping-Tour bzw. in einem Besuch eines Cafés mit Wifi äußerte. Dabei machte ich die interessante Erfahrung, dass die Ampeln eher als Zierde angesehen werden als als Einrichtung zur Verkehrsregulierung. Als die Fußgängerampel auf grün wechselte, trat ich arg- und sorglos auf die Fahrbahn. Nur im Augenwinkel vernahm ich einen silbrigen metallischen Gegenstands in der Größe eines Toyota Corollas mit mäßiger Geschwindigkeit von links auf mich zu rollen. Ich erinnerte mich an die Worte eines Verkehrspolizisten, der in solchen Situationen empfahl, sich der seitlichen Form des metallischen Gegenstandes anzupassen, um eine Berührung zu vermeiden. Dies tat ich sogleich. Auf Zehenspitzen bildeten Füße und Beine das perfekte Gegenstück zu dem Kotflügel des metallischen Objektes. Aufgrund der schmaler werdenden Form des Vehikels, welche wiederum durch die nach innen ragenden A-, B- und C-Säulen ermöglicht wurde, war es meinem Oberkörper erlaubt, ein Stück weiter auf die Straße hinauszuragen. Dies erlaubte das Abfangen meiner Gehgeschwindigkeit, welche durch das abrupte Stoppen und dem Stellen auf Zehenspitzen noch nicht  ganz neutralisiert wurde. Das Schwingen der weit zu beiden Seiten ausgestreckten Arme verhinderte ein Überkippen und nahm schließlich die letzte kinetische Energie aus meiner Vorwärtsbewegung. Während das Vehikel unbeirrt seinen Weg fortsetzte, blieb ich ungläubig in dieser Position und war eher erleichtert als erbost, aus dieser Situation noch einmal unbeschadet und mit gar nicht so schlechten B-Noten herausgekommen zu sein.

Da störte es auch kaum, dass wir auf dem Rückweg in einen Regenschauer geraten waren und keinen Schirm dabei hatten.  Unsere Wäsche ist auch rechtzeitig fertig geworden, so dass wir unsere Taschen für den Nachttrip nach Bangkok packen konnten. Wir verabschiedeten uns von Lauren, die vom Flughafen Chiang Mai, ihren Trip Alleinreisend fortsetzte.

Ein wenig früher als geplant haben wir uns mit dem Tuktuk auf den Weg zum Bahnhof gemacht – zum Glück wie sich bald herausstellen sollte, denn durch einen Verkehrsinfarkt auf den Straßen Chiang Mais haben wir kurz darauf eher gestanden als uns fort bewegt. Millimeter für Millimeter kämpften wir uns über eine enge Brücke über einen Fluss – in dem Tempo würden wir es nie rechtzeitig schaffen! Dass würde die Reiseplanung natürlich ziemlich durcheinander wirbeln. Nur noch 15 Minuten und noch lange kein Bahnhof in Sicht. Langsam machte sich Nervosität breit. Da setzte der Tuktukfahrer all seine Schleichwegkenntnisse ein, auch Einbahnstraßen und Abbiegeverbote, ja auch sowas gibt es in Thailand, wurden ignoriert , was letztendlich aber dazu führte, dass wir gerade noch rechtzeitig unseren Zug erreichten.

Zeitung Tuktuk Himmelslaterne  

Der Nachtzug war völlig anders als der in Vietnam. Hier gab es keine Kabinen, sondern nur Großraumwagen. Die Betten waren auch nicht orthogonal zur Fahrtrichtung angeordnet, sondern parallel. Die Vierersitze unten konnten zum Bett umfunktioniert werden, während ein weiteres, etwas schmaleres Bett darüber angebracht war – statt der sonst üblichen Gepäckfächer. Die von Ken angepriesene Privatsphäre wurde durch Vorhänge gewährleistet J Nichtsdestotrotz konnte ich verhältnismäßig gut schlafen und am nächsten Morgen ein zweites Mal Bangkok – diesmal bei Sonnenaufgang – begrüßen zu dürfen. Dabei bekamen wir auch die verarmte Seite Bangkoks zu Gesicht, da der Zug viele Armutsviertel passierte. Viele hatten ihre offenen Hütten direkt neben der Bahntrasse und liefen auch völlig unbeirrt auf den Gleisen umher.Da waren wir wieder, wo vor 30 Tagen alles begann – im Bangkok Center Hotel, dass direkt neben dem Hauptbahnhof gelegen war. Ken half einem Reisepaar oin dem er die auf verlorene Tickets hinwies.

Fotogalerien

Chiang Mai

Galerie "Flug nach Laos" starten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.