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Tag 20: Hanoi – eine Stadt mit viel grün, Wasser und Flair

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es zurück in die Hauptstadt, welche wir nach etwa 2 Stunden Busreise erreichten. Mitten im wuseligen Getümmel einer der zahlreichen beschaulichen Nebenstraßen lag unser Zuhause für die nächsten 2 Tage. Dieses war sehr verwinkelt – unser Zimmer lag in der 2 Etage am Ende eines sehr langen Ganges (nicht der Fluss J ) – um die Türe zu erreichen, ging es zunächst links, 2 Stufen nach oben, wieder rechts durch die Türe, hinter der sich dann schließlich sich die 5qm-Kammer erstreckte. Ein Doppelbett, ein Schränkchen und die Türe zum Bädchen mit Toilette und Dusche hatten gerade so Platz – klein, aber fein. Hoffentlich bricht dort nie ein Feuer aus…

Nach ein paar Problemen mit dem Hotelsafe konnten wir schließlich den Tag mit einer kleinen von Ken durchgeführten Tour durch die zentralen Gassen fortsetzen. Hanoi ist bis auf dem chaotischen Straßenverkehr gänzlich anders als Saigon. Während Saigon mit dem einen oder anderen Glaspalast etwas moderner erschien, so kann Hanoi mit einem unruhigen, aber traditionellen Straßenbild glänzen. Man habe den Eindruck, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Auf rudimentäre Art und Weise preisen an jeder Ecke Händler ihre Waren an, viele sitzen einfach nur da, entspannen sich, genießen das Leben oder unterhalten sich mit Gesellschaftsspielen. Dicht darüber die zahlreichen chaotisch zusammen geknoteten Strom- und Telefonleitungen – ein Wirrwarr aus hunderten schwarzen Spaghetti prägt jede Straßenkreuzung. Eine Etage tiefer reihen sich kleine Läden, die mit Kleidung (Goooood-Morning-Vietnam-T-Shirts), Verpflegung oder Souvenirs ständig eine Gelegenheit bieten, die Geldbörse ein Stückchen weiter schrumpfen zu lassen. Nachdem unser kleiner Rundgang beendet war, ging es einer Rundfahrt beinahe durch die gleichen Straßen weiter. Es handelte sich um ein sehr eigenartiges Vehikel, wie diese Dinger, mit denen die Millionäre über den Golfplatz pesen, nur eben groß genug, dass 6 Fahrgäste und ein Fahrer darin Platz fanden. Ein Stopp befand sich gleich am Anfang – eine Markthalle, die dermaßen vollgestellt gewesen war, dass Brandschutzbeauftragte alle Hände über den Kopf zusammen geschlagen hätten…

Als diese kleine Tour sich nach einer Stunde dem Ende neigte, ging es noch einmal kurz zu einem Tempel, der sich auf einer kleinen Insel eines kleinen Innenstadtsees befand. Diese Insel lag sehr dicht am Ufer, sodass eine kleine rote Bogenbrücke genügte, um diese Entfernung zu überspannen. Auch dieser Tempel bot, wie jeder andere zuvor, die Möglichkeit an, zahlreiche goldene Buddha-Statuen zu bestaunen, dutzende Räucherstäbchen zu beschnuppern sowie Unmengen an Touristen zu umkurven. Dennoch lag an diesem Tempel die Besonderheit zu Grunde, dass er mit dem Anblick auf den von Bäumen umsäumten See er beschauliche Ruhe und Erholung zum nahegelegenen Gr0ßstadtlärm bot.

Am Abend konnten wir das Nachtleben der Stadt aus nächster Nähe bestaunen. Wir hatten das Hotel kaum verlassen, da wurden wir auf eine zwanzigköpfige Vietnamesische Großfamilie aufmerksam, die im Kreis auf Hocken zusammensaßen und den Geburtstag eines Mitgliedes ausgiebig feierten. Sie zögerten nicht lange und gaben jedem von uns prompt ein Bierflasche in die Hand, damit wir mit ihnen Anstoßen konnten. Gesang war dieser Gruppe dabei auch kein Fremdwort – eine famose Stimmung, wie ich sie selten zuvor erlebte.

Die Kneipen und Bars glichen auch in keinster Weise den unsrigen. Im Grunde konnte man sie so beschreiben, dass sich der Hauptteil des Lebens vor der Kneipe auf der Straße abspielte. Da es sch im nicht sonderlich breite Straßen handelte und es sehr viele Kneipen gab, konnte man nicht sofort erkennen, ob ein Hocker bzw. eine Gruppe nun noch zu dem oder Laden oder doch schon zur Nachbar-Bar gehörte. Obwohl zischen diesen zahlriechen Menschen, Tischchen und Höckerchen immer mal wieder Mopeds durchknatterten, und auch fliegende Händler immer mal wieder ihren Plunder anpriesen, fand ich es dort richtig gemütlich!

Da dieses knappe Platzangebot relativ schnell erschöpft war, spielte sich später auch ein beachtlicher Teil innen ab. Während Maggi und ich sich genüsslich zwei Cocktails teilten, jubelten die Engländer lautstark beim Eimersaufen. Man sagt ja oft, dass sich die von der Insel im Urlaub so benehmen wie die Deutschen auf Malotze – nun hierbei habe ich die Probe aufs Exempel bekommen. Aber immerhin hatten wir nach der chilligen Wasserpfeife vor der Tür nun beste Partystimmung gehabt. Entsprechend laut war der Heimweg, wir kamen sogar erneut bei der vietnamesischen Familie vorbei, denen das Geburtstagskind und ein harter Kern übrig geblieben sind. Der Partylaune war aber nun ein erschöpfter, aber zufrieden wirkender harter Kern über geblieben. Im Hotel musste man die Lautstärke der stark alkoholisierten Engländern mehrfach drosseln, aber im Grunde verblieb alles human. Ein sehr schöner Abend.

 

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