MB-ackpacker

Mit dem Moped durch Vietnam (17)

Harter Tag, gutes Bier!Endlich! Mittendrin statt nur dabei! Nachdem wir in den letzten Tagen den Lärm und den Gestank der knatternden Zweiräder genießen durften, konnten wir nun ein Teil des wichtigsten Gefährts Vietnams sein! Jeder Teilnehmer der Gruppe bekam seinen eigenen Fahrer. Schade, nicht die abenteuerlichen Zusammenstellungen mit 4 Personen auf einem Roller wie in den Tagen zuvor oft gesehen. Dafür die Luxusvariante des 25$-Ausfluges. Pünktlich zu Beginn unseres Motorrad-Ausfluges setzte der Regen ein! Nun ja, das Wetter kann man nicht beeinflussen, erst Recht nicht in einer stark regenträchtigen Region Vietnam zur Regenzeit. Die Fahrer der Mopeds waren auf diesen nicht sehr selten zu scheinenden Umstand vorbereitet und gaben uns Regencapes. Die zweite „Enttäuschung“  😉 – der Fahrstil wurde auf westlich getrimmt. Artig, langsam, im Konvoi und nach allen Regeln der Vorschriften knatterten wir durch die Stadt an die Stadtgrenze zu unserer ersten Station: Einem Reisfeld. Da hatten wir aber schon besseres gesehen. Einzig interessant war ein Pegelmesser am Ufer eines kleinen Baches mit Markierungen, wie hoch das Wasser während des Monsuns teilweise steigen kann. Stehen kann man in dem Bereich dann nicht mehr! Frage sich nur, wie die umliegenden Häuser dies überstehen? Sonst gab es nicht viel an dem Ort zu sehen. Ein „Museum“, dessen Ausstellungsstücke vom Eingang aus komplett eingesehen werden konnten, mit gelangweilten und unfreundlichen „Mitarbeitern“, die 5$ Eintritt verlangten, sowie einige Souvenirstände waren die einzigen Zeugnisse dieses eher trostlosen Ortes. Es ging weiter zu unserer nächsten Station. Der Regen hatte sich inzwischen gelegt, so dass viele aufgrund der dennoch tropischen Temperaturen (In Deutschland Regen + Hitze ist sehr selten) ihre Regencapes auszogen. Keine gute Idee, denn unterwegs setzte der Regen prompt wieder ein, woraufhin wir auf der Landstraße anhielten, um den Regenschutz erneut anzulegen. Bei der Station Nummer 2 handelte sich um ein königliches Grabmal, deren Trostlosigkeit durch die kargen Steine und dem grauen Dauerregen verschärft wurden. Ich persönlich empfand dies als ein einmaliges Ambiente – düster und doch friedlich. Ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Schließlich ging es zur dritten Station, neben der hiesigen Landwirtschaft und einer kulturellen Sehenswürdigkeit erhielten wir nun Einblick in einige handwerkliche Tätigkeitsfelder. Wir hielten in einem kleinen Hof, der von kleinen Hütten umgeben war. Darin fertigten Arbeiterinnen unter anderem Reishüte  und buddhistische Räucherstäbchen. Nun konnten wir selber Hand anlegen. Ein Bambusstäbchen wird mit einer Paste aus Holzpulver, pflanzlichem Kleber und Wasser umhüllt, indem es mit der flachen Hand auf ebenem Untergrund hin- und her gerollt wird. Dabei wird das Stäbchen mit der anderen Hand langsam seitlich weggezogen. Auch wenn es nicht so sauber aussah wie vom Profi, es konnte sich sehen lassen für das erste Mal! Trotz der eingangs beschriebenen vorbildlichen Fahrweise für westliche Touristen – ein bisschen südostasiatisches Flair musste dann doch sein! Immerhin führen wir zwischendurch abenteuerliche Routen – enge, hügelige Pfade auf Friedhöfen sowie mit nicht wirklich geringer Geschwindigkeit auf einem engen Weg über eine große Flussbrücke. Zwischen Lenker und und Geländer lagen links und rechts nur wenige Zentimeter, was bei geschätzten 30 – 40 km/h schon ein wenig den Atem stocken lässt. Dennoch vertraut man hier den Fahrern, die das täglich machen und scheinbar Freude daran hatten, ihr fahrerisches Können den verschreckten Touristen darbieten zu können und dabei scheel und unbeeindruckt zu lächeln. Nach einem kurzem Stopp an einem Amhitheater erreichten wir die letzte Station – die Thien-Mu-Pagode – einem buddhistischem Kloster am Rande des Parfümflusses mit der siebenstöckigen Pagode als höchste Pagode Vietnams. Pagoden sind im Ostasiatischen Raum weit verbreitet – es sind mehrgeschössige, turmartige Gebäude, deren Geschosse durch Gesimse und Dachvorsprüche voneinander getrennt sind, was ihnen ein markantes Äußeres verleiht. Inzwischen war es dunkel geworden und wir kehrten langsam zum Hotel zurück.

Regencapes an! Hui! Grabmal Räucherstäbchenmanufaktur

Der Abend war nicht weniger unterhaltsam und endete mit einem Besuch in der hiesigen Disko. Viel spannender war da schon der anschließende Regenschauer, der die Straßen wie auch schon in Hoian und Bäche und Flüsse verwandelte. Wir hatten sichtlich Spaß, von der einhundert Meter entfernten Diskothek zum Hotel durch das zum Teil knietiefe Wasser zu warten. Bemerkenswert daran war, dass es am nächsten Tag völlig verschwunden war.

 

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