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Tag 7: Killing Fields

Schädel in der Stupa - KillingfieldsDie Killing Fields sind getreu dem Namen Massengräber, die nach dem Genozid von ca. 3 Millionen Kambodschanern durch das Regime der Roten Khmer von 1975 bis 1978, mit Tod und Leid gefüllt wurden.

Die meisten Gefangenen wurden vermutlich im Gefängnis Tuol-Sleng in der Hauptstadt Phnom Penh ermordet, welche wir vor den Killing Fields besichtigten. Die Anlage ist überraschend klein – nicht viel größer als ein Schulgelände – schließlich wurde das Gefängnis vor 1975 als Gymnasium genutzt. Auf der Anlage befanden sich 3-4 vierstöckige längliche Gebäude, deren ca. 20qm² große Räume als Gefängniszellen umfunktioniert wurden. Eine Zelle war kaum größer als 2 qm², sodass in einem Raum provisorisch  etwa 8-10 Zellen gemauert wurden. In diesen Zellen warteten die Gefangenen auf ihren Tod. Neben den Wartezellen gab es dutzende Folter- und Verhörräume. Das besonders grausame an der ohnehin schon erbärmlichen Hinrichtung ist deren Art und Weise. Um Munition zu sparen wurden die Menschen nicht kurz und „schmerzlos“ erschossen, sondern mit Hämmern und Eisenstangen erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschleudert, bis sie tot waren. Spuren dieser Maßnahmen sind auf den ausgestellten Schädeln zu sehen, die allesamt ein großes Loch aufwiesen. Um die Schreie der Sterbenden zu übertönen wurde die gesamte Anlage mit Musik beschallt.

Außengelände Survivor Zellenflur Zelle von außen

In der Nähe von Phnom Penh – in Choeunk Ek – befindet sich das mitunter bekannteste Killing Field, auf dem etwa 17.000 Leichen verscharrt wurden. Noch heute sind große Löcher zu sehen, in denen die Toten ihre „letzte Ruhe“ fanden. Immer wieder werden durch Witterungsbedingen Kleidung, Zähne und Knochenreste freigesetzt, die von Mitarbeitern regelmäßig eingesammelt werden. Ein Teil der Gebeine wird in Glasvitrinen ausgestellt, um die Masse der Getöteten erahnen zu lassen und von den grausamen Machenschaften jener Zeit zu mahnen. Besonders eindrucksvoll ist die zentral gelegene Stupa, in der ein riesiges, mehrere Meter hohes Regal mit unzähligen Regalbrettern errichtet ist, auf dem dicht an dicht zahlreiche Schädel und Gebeine ausgestellt sind. Viele dieser Menschen könnten heute noch leben, da vor allem elitäre Männer zwischen 20 und 40 dem Massengenozit zum Opfer fielen –  im Jahr 1975, also vor allem die Geburtsjahrgänge 1935 -1955. Dies ist der Grund, warum in Kambodscha sehr viele junge Menschen leben – die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 17 Jahre. Noch heute ist dieses Thema bei vielen ein Tabuthema, zu schmerzhaft die Wunden und zu tief die Narben. Man will dieses Kapitel vergessen, doch genau das ist der falsche Weg…

Eingangsportal Stoa Sichtbare Gewalt an den Schädeln Mahnmal aus Schädeln der Opfer

Fotogalerien

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The Killing Fields

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