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Cambodia Quad Bike (5)

ProbefahrtAm Nachmittag sollte es dann zu einer Quadbike-Tour ins Umland gehen. Bei Quadbike dachte ich zuerst an wilde Off-Road-Touren im Gelände. Verrückte Sprünge, wilde Fahrten durch Wasserlöcher alles ohne Spielregeln in einem dritte-Welt-Land. Aber falsch gedacht. Ungewohnt diszipliniert und beinahe in Schrittgeschwindigkeit ging es durch die Reisfelder in der Abenddämmerung. Ein Guide fuhr auf dem Moped vor, einer hinten mit – alle sollten einen Abstand von 10 Metern einhalten. Die schlammig-spritzige Offroad-Tour in Wildwest-Manier entpuppte sich als ein gemütlicher Samstagsnachmittagsausflug in die bäuerlichen Gegenden Kambodschas fernab von den üblichen Touristenpfaden wie Angkor Wat. Selten konnte man so nah und detailliert in das schlichte, aber harte Leben der Landbevölkerung hineinschauen. Da die Bauweisen der Häuser verhältnismäßig offen sind, bekam man von den kinderreichen Großfamilien sehr viel mit. An einer Stelle neben den Reisfeldern machten wir Halt, um die Reisfelder mit den Reispflanzen genauer betrachten zu können. Das ganze sehr romantisch bei Sonnenuntergang, der dort verhältnismäßig dicht am Äquator sehr schnell verläuft. Und so fuhren wir im Dunkeln zur Garage zurück. An einer Stelle im Matsch fuhren wir etwas schneller durch die Pfützen – so kam ich dann doch noch ein wenig zum „Rumcrossen“. Maggi und ich teilten uns ein Quadbike. Mal fuhr ich, mal sie. Kurz vor der Garage saß sie hinten, ich vorne, ließ aber sie ans Steuer. Die Mitarbeiter staunten nicht schlecht, als sie dieses Bild sahen. Ich vorne, freihändig, sie hinten, umfasste mich um das Quadbike zu steuern.

Maggi über die Schulter geschaut Bastu über die Schulter geschaut kleines Dorf mit Bewohnern Reisfeld mit Reispflanze

An für sich ein toller Ausflug, der erst wesentlich später, als ich eine Kritik im Internet darüber las, ein wenig in ein trübes Licht getaucht wurde. Hierin hieß es, dass der Anbieter dieser Touren den Löwenteil des Gewinnes (immerhin 20 US-Dollar pro Teilnehmer – ein kleines Vermögen für einen Kambodschaner) für sich einstreicht, während die Mitarbeiter für einen kleinen Lohn den Löwenanteil der Arbeit wiederum haben. Darüber hinaus werden die Bauern täglich von dutzenden surrenden Quadbikefahrern belästigt. Ist eine Zehn-Mann-Gruppe vorbeigefahren (oft nur wenige Meter an den Höfen und Häusern) kommen schon die nächsten und das jeden Abend – stundenlang. Sicher fühlen sich viele wie die Tiere einer Safari, begafft und fotografiert wie Aussätzige. Inwiefern ihnen das wirklich bewusst ist, sie entschädigt werden oder sie das wirklich stört, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist in jedem Fall ein Beispiel, wie in Kambodscha Massen-Armutstourismus betrieben ohne dass die Betroffenen wirklich etwas davon haben. Aber was soll man tun, ich war nun mal einer dieser Katastrophentouristen ohne mir dessen bewusst zu sein.

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