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Siem Reap (5)

Straßenzug von Siem ReapMit ca. 150.000 Einwohnern ist Siem Reap die viertgrößte Stadt in Kambodscha. Unser Hotel lag unweit vom Stadtzentrum in einer der zahlreichen belebten Straßen. Generell waren die Straßenzüge wesentlich bunter und lebhafter als in Deutschland. Das kommt sicher auch daher, dass die Häuser verhältnismäßig offen gebaut sind. Wenn es Türen gibt, dann sind dies eher Tore und selten geschlossen, so dass sich das gesamte leben eher draußen bzw. halb-draußen abspielt. Ob Privathäuser oder Werkstätten. Überall konnte man das rege Treiben und das alltägliche Leben der Einwohner miterleben.

 Straßenzug von Siem ReapNicht nur der Fotoapparat enttarnt einen als Touristen. Das blanke europäische Äußere, die Gesichtszüge, die Kleidung signalisiert dem Einwohner. TOURIST! GELD! VIEL GELD! Und so hat man kaum den Laden oder das Hotel verlassen, schon brüllt es weit entfernt von der anderen Straßenseite: „TUKTUK, Sir?“ Tuk-Tuks sind diese Motorrad-Taxen, die eine Art Kutsche für 2-4 Personen hinten angekoppelt haben. Und auch wenn man dem einen deutlich abgesagt hat, ist es für den Kollegen, der direkt daneben steht, kein Grund, nicht auch zu fragen: „Tuk Tuk, Sir?“

Nachdem man nun vom nahegelegenen Laden einmal mehr den "Tuktuk-Song" gehört hat und einem diese Musik irgendwann dann doch ziemlich auf den Wecker geht, freut man sich, dass man im Pool vor dem Hotel entspannen kann. Ich konnte in diesem Augenblick froh sein, dass ich nie eine Ausbildung oder eine Praktikum beim Technischen Überwachungsverein gemacht habe. Andernfalls hätte ich mich wohl kaum in den Pool gewagt. Ein nicht gesichertes Ansaugloch für die Swimming-Poolpumpe, bei der die Hand eines jeden Mutigen blitzschnell auf das Loch gesogen wurde und nur mit verhältnismäßig großer Kraftanstrengung wieder vom Loch weg bewegt werden konnte. Scharfkantige Treppenstufen und nicht zu erahnende Vorsprünge unter Wasser, die Kurt – einem Mitreisenden – eine tiefe Schnittwunde verpasst haben. Das Hotelpersonal hat schnell reagiert und ihn mit dem TukTuk in einer nahegelegenen Apotheke gefahren, wo er desinfiziert und verbunden werden konnte. Im Zimmer gab es durch den Decken-Ventilator eine ebenso große Verletzungsgefahr. Mit großer Geschwindigkeit und einem lauten Summen kreisten die drei Rotorblätter bedrohlich ihre Runden. Beim Umziehen nicht aufgepasst und schon ergeht es den Armen und Händen so, wie sie zu Großvaters Zeiten mit dem Rohrstock bei Ungehorsam traktiert wurden. Eine Packung Taschentücher wurde unter großer Belustigung des Werfers mit großer Wucht gegen die Wand geschleudert. Ein einzelnes Taschentuch blieb an einem Rotorblatt hängen und verursachte ein Geräusch wie ein Schwarm hungriger Heuschrecken im Anflug auf ein … Aber so ist das eben. Wer in eine drittes-Welt-Land reist, darf nicht mit Sicherheitsstandards rechnen, wie es in seinem Heimatland üblich ist.

Hotelzimmer Frühstücksbuffet mit verschiedenen Eiervariationen Hotelpool

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